Rilke

Rainer Maria Rilke en Clara Westhoff, 1901

Beschouwingen n.a.v. enkele Rilke citaten uit het artikel ” The Difficult Art of Giving Space in Love: Rilke on Freedom, Togetherness, and the Secret to a Good Marriage” (Brainpickings, Maria Popova, 03/09/2018).

De aangehaalde citaten van Rilke komen, zoals in het artikel vermeld, uit “Rilke on Love and Other Difficulties: Translations and Considerations”, John J.L. Mood, 1994) en willen verduidelijken dat in iedere hechte relatie zowel de behoefte aan samenzijn als die van autonomie aanwezig zijn. “Rilke offered some spectacular advice on managing the bipolar pull of autonomy and togetherness in a way that assures the longevity of any close bond and protects love from self-destruction”, aldus Popova.
In tegenstelling tot wat gesuggereerd wordt komen de fragmenten niet uit één, maar uit verschillende brieven aan telkens andere correspondenten (o.a. aan de 10-jarige Friedrich Westhoff), en ze worden in het artikel van Popova niet chronologisch weergegeven. Hieronder de betreffende brieven in hun volledige oorspronkelijke Duitse versie, met korte context situering. In cursief de fragmenten die in het artikel vermeld worden. Popova’s volgorde wordt behouden. Deze brieven werden door Rilke geschreven in de periode 1901-1904, hij was toen 26-29 jaar oud (zie foto hierboven met echtgenote).

Ik vind het soms interessant om citaten, zeker uit brieven, tegen het licht van de biografische achtergrond te houden en ze terug te plaatsen in hun oorspronkelijke context. Zo ontstaan vaak verrassende inzichten. Wat naar de voorgrond getrokken wordt verhindert wel eens die achtergrond te zien.


Brief 1:  Rilke aan de expressionistische schilderes Paula Modersohn-Becker, gedateerd 12/02/1902. Zij was zeer goed bevriend met Clara Westhoff, ook beeldhouwster en later schilderes en de echtgenote van Rilke met wie hij in 1901 getrouwd was. Twee maanden voor deze brief werd Rilkes dochter geboren. Het echtpaar zou slechts kort echt samenwonen, maar scheidde nooit en bleef een vriendschapsband behouden. Enkele maanden na deze brief vertrok Rilke naar Parijs om er een monografie over Rodin te schrijven. Het is dus niet verwonderlijk dat aan het thema van de eenzaamheid, ook in relaties, zoveel beschouwingen worden gewijd.
Paula-Modersohn-Becker overleed op 31-jarige leeftijd op 20 november 1908, enkele weken na de geboorte van haar enige kind, een dochter. Twee jaar daarvoor was ze teruggekomen op haar beslissing om te scheiden.

An Paula Becker-Modersohn

Bremen, am 12. Febr. 1902 Liebe Frau Modersohn, erlauben Sie, daß ich einige Worte zu Ihrem Brief an meine liebe Frau sage: er geht mich ja sehr an, wie Sie wissen, und wenn ich nicht in Bremen wäre, würde ich Gelegenheit suchen, mit Ihnen selbst über die Sache zu sprechen, – die … ja, über welche Sache? Wollen Sie mir glauben, daß es mir schwer fällt, zu verstehen, wovon Sie eigentlich reden? Es ist doch nichts geschehen – oder vielmehr: es ist viel Gutes geschehen, und das Mißverständnis beruht darin, daß Sie, was geschehen ist, nicht gelten lassen wollen. Alles soll sein, wie es war, und doch ist alles anders, als es gewesen ist. Wenn Ihre Liebe zu Clara Westhoff jetzt etwas tun will, dann ist ihre Arbeit und Aufgabe diese: nachzuholen, was sie versäumt hat. Denn sie hat versäumt zu sehen, wohin dieser Mensch gegangen ist, sie hat versäumt, ihn zu begleiten auf seiner weitesten Entwicklung, sie hat versäumt, sich auszubreiten über die neuen Weiten, die dieser Mensch umfaßt, und sie hat nicht aufgehört, ihn dort zu suchen, wo er an einem gewissen Punkte seines Wachstums war, sie will mit Hartnäckigkeit eine bestimmte Schönheit festhalten, die er überschritten hat, statt, im Vertrauen auf künftige neue gemeinsame Schönheiten, auszuharren.
Das Vertrauen, welches Sie mir, liebe Freundin, erwiesen haben, als Sie mir einen kleinen Einblick in Ihre Tagebuchblätter gewährten, berechtigt mich (wie ich glaube), Sie zu erinnern, wie fremd und fern und unvergleichlich Ihnen anfangs Clara Westhoffs Wesen schien, wie umgeben von einer Einsamkeit, deren Türen Sie nicht kannten … Und diesen ersten wichtigen Eindruck haben Sie so sehr vergessen können, daß Sie es nur mit Tadel und Warnung begleiten, wenn dieser Mensch, den Sie um seiner Andersheit und Einsamkeit willen zu lieben begannen, in eine neue Einsamkeit eintritt, deren Gründe Sie sogar besser überschauen können als die Gründe jener ersten Abgeschlossenheit, die Sie doch nicht mit Vorwürfen, sondern mit einer gewissen bewundernden Gewährung betrachtet haben. Wenn Ihre Liebe wachsam geblieben ist, dann hat sie sehen müssen, daß die Erlebnisse, welche zu Clara Westhoff kamen, eben dadurch ihren Wert erhielten, daß sie mit dem Innern des Hauses, in welchem die Zukunft uns finden soll, sich eng und unlösbar verbanden: wir mußten alles Holz auf unserm eigenen Herd verbrennen, um unser Haus erstmal auszuwärmen und wohnlich zu machen. Muß ich es Ihnen erst sagen, daß wir Sorgen hatten, schwere und bange Sorgen, die ebenso nicht hinausgetragen werden durften wie die wenigen Stunden tiefen Glücks? … Wundert es Sie, daß die Schwerpunkte sich verschoben haben, und ist Ihre Liebe und Freundschaft so mißtrauisch, daß sie immerfort sehen und greifen will, was sie besitzt? Sie müssen fortwährend Enttäuschungen erfahren, wenn Sie erwarten, das alte Verhältnis zu finden, aber warum freuen Sie sich nicht auf das neue, das beginnen wird, wenn Clara Westhoffs neue Einsamkeit einmal die Tore auftut, um Sie zu empfangen?
Auch ich stehe still und voll tiefen Vertrauens vor den Toren dieser Einsamkeit,

weil ich für die höchste Aufgabe einer Verbindung zweier Menschen diese halte: daß einer dem andern seine Einsamkeit bewache. Denn wenn das Wesen der Gleichgültigkeit und der Menge darin besteht, keine Einsamkeit anzuerkennen, so ist Liebe und Freundschaft dazu da, fortwährend Gelegenheit zur Einsamkeit zu geben. Und nur das sind die wirklichen Gemeinsamkeiten, die rhythmisch tiefe Vereinsamungen unterbrechen…

Denken Sie daran, als Sie Clara Westhoff kennen lernten: da wartete Ihre Liebe geduldig auf ein aufgehendes Tor, dieselbe Liebe, die jetzt ungeduldig an die Wände pocht, hinter denen die Dinge sich vollziehen, die wir nicht kennen, die ich ebensowenig kenne wie Sie, – nur daß ich das Vertrauen habe, daß sie mich tief und verwandt berühren werden, wenn sie sich mir einmal offenbaren. Und kann Ihre Liebe kein ähnliches Vertrauen fassen? Aus diesem Vertrauen allein werden ihr Freuden kommen, von denen sie leben wird, ohne zu hungern. –
Ihr: Rainer Maria Rilke.


Brief 2: 17/08.1901. Rilke aan de schrijver en dichter Emanuel von Bodman. Bodman had blijkbaar huwelijksproblemen, het jaar daarna (1902) zou hij scheiden van zijn eerste vrouw. Zijn tweede huwelijk (waarin een dochter geboren werd die echter in hetzelfde jaar stierf) mondde eveneens uit in een scheiding (1909). In 1914 volgde een derde huwelijk dat duurde tot zijn overlijden in 1946.

An Emanuel von Bodman

Westerwede bei Bremen, am 17. August 1901/ Mein lieber Bodman, ich danke Ihnen für Ihren Brief und die Verse, diese Zeichen lieben und aufrichtigen Vertrauens. Ich weiß es wohl zu schätzen, dass Sie mir aus so ernsten Tagen schreiben konnten, und Sie werden es nicht aufdringlich empfinden, wenn ich daraus das Rechte ableite, Ihnen etwas von meiner Meinung über derartige Kämpfe zu vermitteln.
In einem solchen Fall heißt es [nach meiner persönlichen Meinung], sich auf sich selbst zurückziehen und weder zu dem einen noch zu dem anderen Wesen hinzustreben, das Leiden, welches beide verursachen, nicht auf die Ursache des Leidens [die so weit außerhalb liegt] beziehen, sondern für sich selbst fruchtbar machen. Wenn Sie die Vorgänge Ihres Gefühls in die Einsamkeit übertragen und Ihr schwankendes und zitterndes Empfinden nicht in die gefährliche Nähe von Magnetkräften bringen, so wird es mit der ihm eigenen Beweglichkeit von selbst diejenige Lage einnehmen, welche ihm die natürliche und notwendige ist. – Es tut in jedem Falle gut, sich sehr oft zu erinnern, dass es über allem Seienden Gesetze gibt, die niemals zu wirken versäumen, die vielmehr herbeistürzen, um an jedem Stein und an jeder Feder, die wir fallen lassen, sich zu bewähren und zu versuchen.

Alles Irren besteht also nur im Nichterkennen der Gesetzmäßigkeit, unter welcher wir im gegebenen Fall stehen, und alle Lösung beginnt mit unserer Aufmerksamkeit und Sammlung, die uns leise in die Kette der Ereignisse einreiht und unserm Willen seine wiegenden Gleichgewichte wiedergibt.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die „Ehe“ als solche nicht so viel Betonung verdient, als ihr durch die konventionelle Entwicklung ihres Wesens zugewachsen ist. Es fällt niemandem ein, von einem Einzelnen zu verlangen, dass er „glücklich“ sei, – heiratet aber einer, so ist man sehr erstaunt, wenn er es nicht ist! [Und dabei ist es wirklich gar nicht wichtig, glücklich zu sein, weder als Einzelner noch Verheirateter.] Die Ehe ist in manchen Punkten eine Vereinfachung der Lebensumstände, und der Zusammenschluss summiert natürlich die Kräfte und Willen zweier junger Menschen, so dass sie geeint weiter in die Zukunft zu reichen scheinen als vorher. – Allein, das sind Sensationen, von denen sich nicht leben lässt. Vor allem ist die Ehe eine neue Aufgabe und ein neuer Ernst, – eine neue Anforderung und Frage an die Kraft und Güte eines jeden Beteiligten und eine neue große Gefahr für beide.
Es handelt sich in der Ehe für mein Gefühl nicht darum, durch Niederreißung und Umstürzung aller Grenzen eine rasche Gemeinsamkeit zu schaffen, vielmehr ist die gute Ehe die, in welcher jeder den anderen zum Wächter seiner Einsamkeit bestellt und ihm dieses größte Vertrauen beweist, das er zu verleihen hat. Ein Miteinander zweier Menschen ist eine Unmöglichkeit und, wo es doch vorhanden scheint, eine Beschränkung, eine gegenseitige Übereinkunft, welchen einen Teil oder beide Teile ihrer vollsten Freiheit und Entwicklung beraubt.

Aber, das Bewusstsein vorausgesetzt, dass auch zwischen den nächsten Menschen unendliche Fernen bestehen bleiben, kann ihnen ein wundervolles Nebeneinanderwohnen erwachsen, wenn es ihnen gelingt, die Weite zwischen sich zu lieben, die ihnen die Möglichkeit gibt, einander immer in ganzer Gestalt und vor einem großen Himmel zu sehen.

Deshalb muß also auch dieses als Maßstab gelten bei Verwerfung oder Wahl: ob man an der Einsamkeit eines Menschen Wache halten mag, und ob man geneigt ist, diesen selben Menschen an die Tore der eigenen Tiefe zu stellen, von der er nur erfährt durch das, was, festlich gekleidet, heraustritt aus dem großen Dunkel.

So ist meine Meinung und mein Gesetz. Und, wenn es möglich ist, lassen Sie bald wieder Mutiges und Gutes von sich hören.
– Ihren getreuen Rainer Maria Rilke


Brief 3: 29/04/1904  Rilke aan Friedrich Westhoff, broer van Clara, toen 10 jaar oud (*).

An Friedrich Westhoff

Rom, am 29. April 1904 / Mein lieber Friedrich, wir haben durch Mutter in dieser Zeit öfters von dir gehört, und, ohne Genaueres von dir zu wissen, fühlen wir doch, dass du eine schwere Zeit hast. Mutter wird dir nicht helfen können, denn im Grunde kann keiner im Leben dem anderen helfen; das erfährt man immer wieder in jedem Konflikt und jeder Verwirrung: dass man allein ist.

Das ist nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick scheinen mag; es ist auch wieder das Beste im Leben, dass jeder alles in sich selbst hat: sein Schicksal, seine Zukunft, seine ganze Weite und Welt. Nun gibt es freilich Momente, wo es schwer ist, in sich zu sein und innerhalb des eigenen Ichs auszuhalten; es geschieht, dass man gerade in den Augenblicken, da man fester und – fast müsste man sagen – eigensinniger denn je an sich festhalten sollte, sich an etwas Äußeres anschließt, während wichtiger Ereignisse den eigenen Mittelpunkt aus sich heraus in Fremdes, in einen anderen Menschen verlegt. Das ist gegen die allereinfachsten Gesetze des Gleichgewichts, und es kann nur Schweres dabei herauskommen.

Clara und ich, lieber Friedrich, wir haben uns gerade darin gefunden und verstanden,

dass alle Gemeinsamkeit nur im Erstarken zweier benachbarter Einsamkeiten bestehen kann, dass aber alles, was man Hingabe zu nennen pflegt, seinem Wesen nach der Gemeinsamkeit schädlich ist: Denn wenn ein Mensch sich verlässt, so ist er nichts mehr, und wenn zwei Menschen beide sich selbst aufgeben, um zueinander zu treten, so ist kein Boden mehr unter ihnen und ihr Beisammensein ist ein fortwährendes Fallen.

– Wir haben, mein lieber Friedrich, nicht ohne große Schmerzen, solches erfahren, haben erfahren, was jeder, der ein eigenes Leben will, so oder so zu wissen bekommt.

Ich werde einmal, wenn ich reifer und älter bin, vielleicht dazu kommen, ein Buch zu schreiben, ein Buch für junge Menschen; nicht etwa, weil ich glaube, etwas besser gekonnt zu haben als andere. Im Gegenteil, weil mir alles so viel schwerer geworden ist als anderen jungen Menschen von Kindheit an während meiner ganzen Jugend.

Da habe ich immer und immer wieder erfahren, dass es kaum etwas Schwereres gibt, als sich lieb haben. Dass das Arbeit ist, Tagelohn, Friedrich, Tagelohn; weiß Gott, es gibt kein anderes Wort dafür. Sieh, und nun kommt noch dazu, dass die jungen Menschen auf so schweres Lieben nicht vorbereitet werden; denn die Konvention hat diese komplizierteste und äußerste Beziehung zu etwas Leichtem und Leichtsinnigem zu machen versucht, ihr den Schein gegeben, als könnten sie alle. Dem ist nicht so. Liebe ist etwas Schweres, und sie ist schwerer denn anderes, weil bei anderen Konflikten die Natur selbst den Menschern anhält, sich zu sammeln, sich ganz fest mit aller Kraft zusammenzufassen, während in der Steigerung der Liebe der Anreiz liegt, sich ganz fortzugeben. Aber denke doch nur, kann das etwas Schönes sein, sich fortzugeben nicht als Ganzes und Geordnetes, sondern so dem Zufall nach, Stück für Stück, wie es sich trifft? Kann solche Fortgabe, die einem Fortwerfen und Zerreißen so ähnlich sieht, etwas Gutes, kann sie Glück, Freude, Fortschritt sein? Nein, sie kann es nicht … Wenn du jemandem Blumen schenkst, so ordnest du sie vorher, nicht wahr? Aber junge Menschen, die sich lieb haben werfen sich einander hin in der Ungeduld und Hast ihrer Leidenschaft, und sie merken gar nicht, welcher Mangel an gegenseitiger Schätzung in dieser unaufgeräumten Hingabe liegt, merken es erst mit Staunen und Unwillen an dem Zerwürfnis, das aus aller dieser Unordnung zwischen ihnen entsteht.

Und ist erst Uneinheit unter ihnen, dann wächst die Wirrnis mit jedem Tage; keiner von den beiden hat mehr etwas Unzerschlagenes, Reines und Unverdorbenes um sich, und mitten in der Trostlosigkeit eines Abbruchs suchen sie den Schein ihres Glückes [denn um des Glückes willen sollte all das doch sein] festzuhalten. Ach, sie vermögen sich kaum mehr zu entsinnen, was sie mit Glück meinten. In seiner Unsicherheit wird jeder immer ungerechter gegen den anderen; die einander wohltun wollten, berühren einer den anderen nun auf herrische und unduldsame Art, und im Bestreben, aus dem unhaltbaren und unerträglichen Zustand ihrer Wirrnis irgendwie herauszukommen, begehen sie den größten Fehler, der an menschlichen Beziehungen geschehen kann: sie werden ungeduldig. Sie drängen sich zu einem Abschluss, zu einer, wie sie glauben, endgültigen Entscheidung zu kommen, sie versuchen ihr Verhältnis, dessen überraschende Veränderungen sie erschreckt haben, ein für allemal festzustellen, damit es von nun ab „ewig“ [wie sie sagen] dasselbe bleibe.

Das ist nur der letzte Irrtum in dieser langen Kette von aneinander festhaltenden Irrungen. Totes nicht einmal lässt sich endgültig festhalten [denn es zerfällt und verändert sich in seiner Art] wie viel weniger lässt sich Lebendes und Lebendiges ein für alle Mal abschließend behandeln.

Leben ist ja gerade Sichverwandeln, und menschliche Beziehungen, die ein Lebensextrakt sind, sind das Veränderlichste von allem, steigen und fallen von Minute zu Minute, und Liebende sind diejenigen, in deren Beziehung und Berührung kein Augenblick dem anderen gleicht.

Menschen, zwischen denen nie etwas Gewohntes, etwas schon einmal Dagewesenes vor sich geht, sondern lauter Neues, Unerwartetes, Unerhörtes.

Es gibt solche Verhältnisse, die ein sehr großes, fast unerträgliches Glück sein müssen, aber sie können nur zwischen sehr reichen Menschen eintreten und zwischen solchen, die jeder für sich, reich, geordnet und versammelt sind, nur zwei weite, tiefe, eigene Welten können sie verbinden.

– Junge Menschen – das liegt auf der Hand – können ein solches Verhältnis nicht gewinnen, aber sie können, wenn sie ihr Leben recht begreifen, langsam zu solchem Glück anwachsen und sich vorbereiten dafür. Sie müssen, wenn sie lieben, nicht vergessen, dass sie Anfänger sind, Stümper des Lebens, Lehrlinge in der Liebe, – müssen Liebe lernen, und dazu gehört [wie zu jedem Lernen] Ruhe, Geduld und Sammlung!

Liebe ernst nehmen und leiden und wie eine Arbeit lernen, das ist es, Friedrich, was jungen Menschen nottut. – Die Leute haben, wie so vieles andere, auch die Stellung der Liebe im Leben missverstanden, sie haben sie zu Spiel und Vergnügen gemacht, weil sie meinten, dass Spiel und Vergnügen seliger denn Arbeit sei; es gibt aber nichts Glücklicheres als die Arbeit, und Liebe, gerade weil sie das äußerste Glück ist, kann nichts anderes als Arbeit sein. – Wer also liebt, der muss versuchen, sich zu benehmen, als ob er eine große Arbeit hätte: Er muss viel allein sein und in sich gehen und sich zusammenfassen und sich festhalten; er muss arbeiten; er muss etwas werden!

Denn, Friedrich, glaube mir, je mehr man ist, je reicher ist alles, was man erlebt. Und wer in seinem Leben eine tiefe Liebe haben will, der muss sparen und sammeln dafür und Honig zusammentragen.

Man muss nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muss, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt. –

Wir denken so viel an dich, lieber Friedrich; unsere Überzeugung ist die: Dass du in der Wirrnis der Ereignisse längst, aus dir heraus, den eigenen einsamen Ausweg gefunden hättest, der allein helfen kann, wenn nicht die ganze Last des Militärjahres noch auf dir läge … Ich erinnere mich, dass nach meiner eingesperrten Militärschulzeit mein Freiheitsdrang und mein entstelltes Selbstgefühl [das sich erst allmählich von Bügen und Beulen, die man ihm beigebracht hatte, erholen musste] mich zu Verirrungen und Wünschen, die gar nicht zu meinem Leben gehören, treiben wollte, und es war mein Glück, dass meine Arbeit da war: In ihr fand ich mich und finde mich täglich in ihr und suche mich nirgends anders mehr. So tun wir beide; so ist Claras und mein Leben. Und du wirst auch dazu kommen, ganz gewiss. Sei guten Mutes, alles ist vor dir, und die Zeit, die mit Schwerem hingeht, ist nie verloren. Wir grüßen dich, lieber Friedrich, von Herzen:

Rainer und Clara


Brief 4: 14/04/1904 Rilke aan Franz Xaver Kappus

De 10 brieven van Rilke aan Franz Xaver Kappus zijn bekend als “Briefe an einen jungen Dichter” en geschreven in de periode 1902-1908. De jonge Kappus (19 in 1902) vraagt raad aan Rilke ivm de keuze tussen het dichterschap of het volgen van een militaire loopbaan. Dit is de zevende brief, waarin Rilke ook het hem door Kappus toegestuurde sonnet bespreekt, overschrijft en mee insluit.

An Franz Xaver Kappus,

Rom, am 14. Mai 1904 /Mein lieber Herr Kappus, es ist viel Zeit hingegangen, seit ich Ihren letzten Brief empfangen habe. Tragen Sie mir das nicht nach; erst war es Arbeit, dann Störung und endlich Kränklichkeit, was mich immer wieder von dieser Antwort abhielt, die [so wollte ich es] aus ruhigen und guten Tagen zu Ihnen kommen sollte. Nun fühle ich mich wieder etwas wohler [der Frühlingsanfang mit seinen bösen, launischen Übergängen war auch hier arg zu fühlen] und komme dazu, Sie, lieber Herr Kappus, zu grüßen und Ihnen [was ich so herzlich gerne tue] das und jenes auf Ihren Brief zu sagen, so gut ich es weiß.

Sie sehen: Ich habe Ihr Sonett abgeschrieben, weil ich fand, dass es schön und einfach ist und in der Form geboren, in der es mit so stillem Anstand geht. Es sind die besten von den Versen, die ich von Ihnen lesen durfte. Und nun gebe ich Ihnen jene Abschrift, weil ich weiß, dass es wichtig und voll neuer Erfahrung ist, eine eigene Arbeit in fremder Niederschrift wiederzufinden. Lesen Sie die Verse, als ob es fremde wären, und Sie werden im Innersten fühlen, wie sehr es die Ihrigen sind. – Es war eine Freude für mich, dieses Sonett und Ihren Brief oft zu lesen; ich danke Ihnen für beides.

Und Sie dürfen sich nicht beirren lassen in Ihrer Einsamkeit, dadurch, dass etwas in Ihnen ist, das sich herauswünscht aus ihr. Gerade dieser Wunsch wird Ihnen, wenn Sie ihn ruhig und überlegen und wie ein Werkzeug gebrauchen, Ihre Einsamkeit ausbreiten helfen über weites Land. Die Leute haben [mit Hilfe von Konventionen] alles nach dem Leichten hin gelöst und nach des Leichten leichtester Seite; es ist aber klar, dass wir uns an das Schwere halten müssen; alles Lebendige hält sich daran, alles in der Natur wächst und wehrt sich nach seiner Art und ist ein Eigenes aus sich heraus, versucht es um jeden Preis zu sein und gegen allen Widerstand. Wir wissen wenig, aber dass wir uns zu Schwerem halten müssen, ist eine Sicherheit, die uns nicht verlassen wird; es ist gut, einsam zu sein, denn Einsamkeit ist schwer; dass etwas schwer ist, muss uns ein Grund mehr sein, es zu tun.

Auch zu lieben ist gut: denn Lieben ist schwer. Liebhaben von Mensch zu Mensch:

das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist.

Darum können junge Menschen, die Anfänger in allem sind, die Liebe noch nicht: Sie müssen sie lernen. Mit dem ganzen Wesen, mit allen Kräften, versammelt um ihr einsames, banges, aufwärts schlagendes Herz, müssen sie lieben lernen. Lernzeit aber ist immer eine lange, abgeschlossene Zeit, und so ist Lieben für lange hinaus und weit ins Leben hinein –: Einsamkeit, gesteigertes und vertieftes Alleinsein für den, der liebt. Lieben ist zunächst nichts, was aufgehen, hingeben und sich mit einem Zweiten vereinen heißt [denn was wäre eine Vereinigung von Ungeklärtem und Unfertigem, noch Ungeordnetem –?], es ist ein erhabener Anlass für den Einzelnen, zu reifen, in sich etwas zu werden, Welt zu werden, Welt zu werden für sich um eines anderen willen, es ist ein großer, unbescheidener Anspruch an ihn, etwas, was ihn auserwählt und zu Weitem beruft. Nur in diesem Sinne, als Aufgabe, an sich zu arbeiten [„zu horchen und zu hämmern Tag und Nacht“] dürften junge Menschen die Liebe, die ihnen gegeben wird, gebrauchen. Das Aufgehen und das Hingeben und alle Art der Gemeinsamkeit ist nicht für sie [die noch lange, lange sparen und sammeln müssen], ist das Endliche, ist vielleicht das, wofür Menschenleben jetzt noch kaum ausreichen.

Darin aber irren die jungen Menschen so oft und so schwer: Dass sie [in deren Wesen es liegt, keine Geduld zu haben] sich einander hinwerfen, wenn die Liebe über sie kommt, sich ausstreuen, so wie sie sind in all ihrer Unaufgeräumtheit, Unordnung, Wirrnis …: Was aber soll dann sein? Was soll das Leben an diesem Haufen von Halbzerschlagenem tun, den sie ihre Gemeinsamkeit heißen und den sie gerne ihr Glück nennen möchten, ginge es an, und ihre Zukunft? Da verliert jeder sich um des anderen willen und verliert den anderen und viele andere, die noch kommen wollten. Und verliert die Weiten und Möglichkeiten, tauscht das Nahen und Fliehen leiser, ahnungsvoller Dinge gegen eine unfruchtbare Ratlosigkeit, aus der nichts mehr kommen kann; nichts als ein wenig Ekel, Enttäuschung und Armut und die Rettung in eine der vielen Konventionen, die wie allgemeine Schutzhütten an diesem gefährlichsten Wege in großer Zahl angebracht sind. Kein Gebiet menschlichen Erlebens ist so mit Konventionen versehen wie dieses: Rettungsgürtel der verschiedensten Erfindung, Boote und Schwimmblasen sind da; Zuflüchte in jeder Art hat die gesellschaftliche Auffassung zu schaffen gewusst, denn da sie geneigt war, das Liebesleben als ein Vergnügen zu nehmen, musste sie es auch leicht ausgestalten, billig, gefahrlos und sicher, wie öffentliche Vergnügungen sind.

Zwar fühlen viele junge Menschen, die falsch, d. h. einfach hingebend und uneinsam lieben [der Durchschnitt wird ja immer dabei bleiben –], das Drückende einer Verfehlung und wollen auch den Zustand, in den sie geraten sind, auf ihre eigene, persönliche Art lebensfähig und fruchtbar machen –; denn ihre Natur sagt ihnen, dass die Fragen der Liebe, weniger noch als alles, was sonst wichtig ist, öffentlich und nach dem und jenem Übereinkommen gelöst werden könne; dass es Fragen sind, nahe Fragen von Mensch zu Mensch, die einer in jedem Falle neuen, besonderen, nur persönlichen Antwort bedürfen –: aber wie sollten sie, die sich schon zusammengeworfen haben und sich nicht mehr abgrenzen und unterscheiden, die also nichts Eigenes mehr besitzen, einen Ausweg aus sich selbst heraus, aus der Tiefe der schon verschütteten Einsamkeit finden können?

Sie handeln aus gemeinsamer Hilflosigkeit, und sie geraten, wenn sie dann, besten Willens, die Konvention, die ihnen auffällt [etwa die Ehe], vermeiden wollen, in die Fangarme einer weniger lauten, aber ebenso tödlichen konventionellen Lösung; denn da ist dann alles, weithin um sie – Konvention; da, wo aus einer früh zusammengeflossenen, trüben Gemeinsamkeit gehandelt wird, ist jede Handlung konventionell: jedes Verhältnis, zu dem solche Verwirrung führt, hat seine Konvention, mag es auch noch so ungebräuchlich [d. h. im gewöhnlichen Sinn unmoralisch] sein; ja, sogar Trennung wäre da ein konventioneller Schritt, ein unpersönlicher Zufallsentschluss ohne Kraft und ohne Frucht.

Wer ernst hinsieht, findet, dass, wie für den Tod, der schwer ist, auch für die schwere Liebe noch keine Aufklärung, keine Lösung, weder Wink noch Weg erkannt worden ist; und es wird für diese beiden Aufgaben, die wir verhüllt tragen und weitergeben, ohne sie aufzutun, keine gemeinsame, in Vereinbarung beruhende Regel sich erforschen lassen. Aber in demselben Maße, in dem wir beginnen, als Einzelne das Leben zu versuchen, werden diese großen Dinge uns, den Einzelnen, in größerer Nähe begegnen. Die Ansprüche, welche die schwere Arbeit der Liebe an unsere Entwicklung stellt, sind überlebensgroß, und wir sind ihnen, als Anfänger, nicht gewachsen. Wenn wir aber doch aushalten und diese Liebe auf uns nehmen als Last und Lehrzeit, statt uns zu verlieren an all das leichte und leichtsinnige Spiel, hinter dem die Menschen sich vor dem ernstesten Ernst ihres Daseins verborgen haben, – so wird ein kleiner Fortschritt und eine Erleichterung denen, die lange nach uns kommen, vielleicht fühlbar sein; das wäre viel.

Wir kommen ja doch eben erst dazu, das Verhältnis eines einzelnen Menschen zu einem zweiten Einzelnen vorurteilslos und sachlich zu betrachten, und unsere Versuche, solche Beziehung zu leben, haben kein Vorbild vor sich. Und doch ist in dem Wandel der Zeit schon manches, das unserer zaghaften Anfängerschaft helfen will.

Das Mädchen und die Frau, in ihrer neuen, eigenen Entfaltung, werden nur vorübergehend Nachahmer männlicher Unart und Art und Wiederholer männlicher Berufe sein. Nach der Unsicherheit solcher Übergänge wird sich zeigen, dass die Frauen durch die Fülle und den Wechseln jener [oft lächerlichen] Verkleidungen nur gegangen sind, um ihr eigenstes Wesen von den entstellenden Einflüssen des anderen Geschlechtes zu reinigen. Die Frauen, in denen unmittelbarer, fruchtbarer und vertrauensvoller das Leben verweilt und wohnt, müssen ja im Grunde reifere Menschen geworden sein, menschlichere Menschen als der leichte, durch die Schwere keiner leiblichen Frucht unter die Oberfläche des Lebens herabgezogene Mann, der, dünkelhaft und hastig, unterschätzt, was er zu lieben meint. Dieses in Schmerzen und Erniedrigungen ausgetragene Menschentum der Frau wird dann, wenn sie die Konventionen der Nur-Weiblichkeit in den Verwandlungen ihres äußeren Standes abgestreift haben wird, zutage treten, und die Männer, die es heute noch nicht kommen fühlen, werden davon überrascht und geschlagen werden. Eines Tages [wofür jetzt, zumal in den nordischen Ländern, schon zuverlässige Zeichen sprechen und leuchten], eines Tages wird das Mädchen da sein und die Frau, deren Name nicht mehr nur einen Gegensatz zum Männlichen bedeuten wird, sondern etwas für sich, etwas, wobei man an keine Ergänzung und Grenze denkt, nur an Leben und Dasein: der weibliche Mensch.

Dieser Fortschritt wird das Liebe-Erleben, das jetzt voll Irrung ist [sehr gegen den Willen der überholten Männer zunächst], verwandeln, von Grund aus verändern, zu einer Beziehung umbilden, die von Mensch zu Mensch gemeint ist, nicht mehr von Mann zu Weib. Und diese menschlichere Liebe [die unendlich rücksichtsvoll und leise, und gut und klar in Binden und Lösen sich vollziehen wird] wird jener ähneln, die wir ringend und mühsam vorbereiten, der Liebe, die darin besteht, dass zwei Einsamkeiten einander schützen, grenzen und grüßen.

Und das noch: Glauben Sie nicht, dass jene große Liebe, welche Ihnen, dem Knaben, einst auferlegt worden ist, verloren war; können Sie sagen, ob damals nicht große und gute Wünsche in Ihnen gereift sind und Vorsätze, von denen Sie heute noch leben? Ich glaube, dass jene Liebe so stark und mächtig in Ihrer Erinnerung bleibt, weil sie Ihr erstes tiefes Alleinsein war und die erste innere Arbeit, die Sie an Ihrem Leben getan haben. – Alle guten Wünsche für Sie, lieber Herr Kappus!

Ihr:
Rainer Maria Rilke

(toegevoegd: het sonnet van Kappus, overgeschreven door Rilke:

Sonett

Durch mein Leben zittert ohne Klage,
ohne Seufzer ein tiefdunkles Weh.
Meiner Träume reiner Blütenschnee
Ist die Weihe meiner stillsten Tage.

Öfter aber kreuzt die große Frage
Meinen Pfad. Ich werde klein und geh
Kalt vorüber wie an einem See,
dessen Flut ich nicht zu messen wage.

Und dann sinkt ein Leid auf mich, so trübe
Wie das Grau glanzarmer Sommernächte,
die ein Stern durchflimmert dann und wann -:

Meine Hände tasten dann nach Liebe,
weil ich gerne Laute beten möchte,
die mein heißer Mund nicht finden kann…

(Franz Xaver Kappus)


+ Bronnen:
Brief 1: “Rainer Maria Rilke, Briefe aus den Jahre 1892-1904, Verona, 2016, Nachdruck des Originals, 1939, via books.google.be;
Brief 2, 3 en 4: via http://www.marschler.at/worte-rilke-briefe.htm .

+ (*) Lang gezocht naar deze “Friedrich Westhoff”. In verwijzing naar deze brief wordt hij in een voetnoot “broer van Clara” genoemd in “Letters of Rainer Maria Rilke“, Greene, Norton, 1945, note 62. Deze Friedrich werd geboren in 1894, wat zou betekenen dat hij bij ontvangst van deze brief (1904) 10 jaar oud was. Dit kan nagegaan worden in de stamboom van Clara Westhoff, die je hier vindt. Daaruit blijkt ook dat Clara geboren werd uit het tweede huwelijk van haar vader, en dat zij nog twee stiefbroers en één stiefzus had.
Ook aan Helmuth, een andere broer van Clara, schrijft Rilke een brief in november 1901, deze was toen eveneens slechts 10 jaar.
Uit de inhoud van deze brief blijkt dat Rilke de jonge Friedrich op erg volwassen wijze toespreekt en hem wegwijs probeert te maken in het “liefhebben: “Sie müssen, wenn sie lieben, nicht vergessen, dass sie Anfänger sind, Stümper des Lebens, Lehrlinge in der Liebe, – müssen Liebe lernen, und dazu gehört [wie zu jedem Lernen] Ruhe, Geduld und Sammlung!”.

+ Rilke was een veelschrijver: ” Von Rilkes Briefen sind bis heute ungefähr 7000 veröffentlicht worden. Diese Zahl zeigt schon, daß sie mehr sind, als nur eine aufschlußreiche Quelle für Biographen. Tatsächlich kann man sie als eigenständigen Teil seines literarischen Werkes sehen, dem sie an Ausdruckskraft und Schönheit nicht nachstehen. Der Dichter geht feinfühlig auf seine Briefpartner ein, nutzt die Korrespondenzen aber auch zur Selbstreflexion.” (in “Rilke, Briefe/Index“)

Pale Blue Dot

In his speech at Cornell University (October 13th, 1994) Carl Sagan (1934-1996) left us his immoral thoughts  on looking at the picture of Earth “Voyager 1 Space Probe” sent back to us in 1990 at a distance of 6 billion kilometres. They are still so true today, almost 25 years later…
The picture became known as “The Pale Blue Dot“:

“From this distant vantage point, the Earth might not seem of particular interest. But for us, it’s different. Consider again that dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every “superstar,” every “supreme leader,” every saint and sinner in the history of our species lived there–on a mote of dust suspended in a sunbeam.
The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds.
Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.
The Earth is the only world known so far to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand.
It has been said that astronomy is a humbling and character-building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we’ve ever known.”

Verbinding

Een lied dat de kracht van verbinding bezingt.

Sun Meditation

Soul Healing Meditation: relax while the Sun is setting.

Haar mooiste Kerstfeest

Dit Kerstverhaal schreef Sim in de gevangenis te Vorst. Het werd gepubliceerd in het Kerstnummer 1947 van het tijdschrift “Klein Kasteel”, waarin van Sim ook al enkele gedichten waren opgenomen. Dit tijdschrift was een “Maandblad van het interneringscentrum Klein Kasteel”, dat in verschillende interneringscentra werd verspreid en samengesteld was door de geïnterneerden, onder toezicht (en censuur) van de gevangeniscentra en het Ministerie van Justitie.

Sim wist in haar tekst de censuur te omzeilen door niet expliciet te verwijzen naar de toestand in de gevangenissen toen, maar het toch te hebben over wat een vrijheidsberoving teweeg brengt, zeker tijdens de Kersttijd. Het zal enkel voor familie en vrienden duidelijk geweest zijn dat Sim het wel degelijk had over de gebeurtenissen van de voorbije tijd. Het personage “Dis” uit haar verhaal is immers bijna letterlijk gebaseerd op haar broer Bert. De vertelling ademt de heimwee naar de tijd in vrijheid en de herinneringen aan de sterke familieband en de moederliefde. Verder zijn er ook nog verwijzingen naar wat “het Vlaamse volk” is aangedaan. Dat dit de censuur passeerde is opmerkelijk. Of bv het zinnetje: “Toen hij in September 1944 aangehouden werd, dacht ze dat het een vergissing was”.
Maar in verhalen als deze in dit tijdsgewricht  worden op subtiele wijze vaak hints binnengesmokkeld, zoals de voornaam “Dis”, die een afkorting (of verbastering) is van het Latijnse “Desideratus/Desiderius” wat “verlangen” of “vol van verlangen” betekent, in dit geval: het verlangen naar vrijheid.

Er is geen manuscript bewaard, enkel een typoscript (in drie doorslagen). Of Sim het verhaal onmiddellijk op de schrijfmachine schreef is onduidelijk. Wel zijn er hier en daar geschreven verbeteringen van haar hand in de tekst.

Fragment uit het typoscript van de tekst, eerste bladzijde, met een verbetering onderaan (“vermogen te onwaren” wordt “kunnen vatten”, vreemd genoeg werd deze wijziging niet aangepast in de tekst die verscheen in het maandblad, andere wijzigingen wel, bv. de invoeging van “hoop”, ook de titel veranderde, van “Haar kerstavond” naar “Haar mooiste Kerstfeest”):

De eerste en de laatste bladzijde zoals afgedrukt in het maandblad. Onderaan de vermelding: “Gev. Vorst, afd. vrouwen”, daaronder voegde Sim haar naam toe in potlood:

HAAR MOOISTE KERSTFEEST

ZE had het oude kreupele kerststalleke zoals ieder jaar op de kast gezet; elk jaar verweerden de figuurtjes wat meer, gelijk zij zelve stilaan verouderde, ze voelde het aan het beven van haar handen. Het vermolmde kribbeke wankelde, ze had het ietwat onbeholpen uit de handen laten glippen, kijk, zo stond het vast op een dubbel gevouwd papiertje. Het dromerige Lieve Vrouwke en de bezorgde Sint Jozef knielden weer devoot, misschien ook wat meer gebogen sedert het vorige jaar, tussen de schamele herderkens. Voor het tafereel stonden de kaarsjes, rood en groen. Toen ze haar werkje bekeek werd ze weer bewogen en haar ogen vochtig. Bij de nietigste gebeurtenissen in haar drentelleven schoten die ogen vol tranen. Daaraan vermoedde ze ook hoe haar weerstand geleidelijk verminderde.

Toen het leven hard sloeg had ze nochtans haar leed niet uitgeschreeuwd; de mensen zegden: een kranige vrouw en van een taai geslacht! Neen, ze had niet luide gejammerd wanneer de bittere oorlog haar weduwe maakte en de zware zorgen om haar kleine jongen had ze aanvaard in ruil voor een vroeg-oud zijn.

Haar kleine jongen… ze fluisterde zijn naam naast het kerststalleke, waar zijn beeld de kleine doening van haar dagen overschouwde. Ze sprak voor zich uit, de laatste tijd gebeurde het dikwijls dat ze luide in haar eenzaamheid praatte, vooral als zijn brieven, om de veertien dagen geregeld toekwamen. Dan beantwoordde ze zijn vragen bij het beeld en glimlachte ; toen hij herhaaldelijk de laatste keren zijn terugkomst meldde, was haar hoop samengebald op dit Kerstfeest. “Met Kerstmis ben ik thuis… en wat het worden zal, o moeke…”.  Hij schreef over de voorwaardelijke in vrijheidstelling, Wet Lejeune, maar van al zijn uitweidingen over die administratieve werkingen bleef die ene belofte in haar uitgroeien : Met Kerstmis zou hij komen. Het was alsof ze voor een tweede maal haar jongen onder het hart droeg, zo innig voelde ze zijn bijzijn in de belofte van terugkeer, ja, hij zou herboren worden, een nieuwe geboorte voor hen beiden, na al de doorstane weeën en de pijnlijke tijd der verwachting.

“Ge zult het zien, moeke, dit wordt ons Kerstfeest, we vieren het eindelijk weer samen, want lang kan dit alles niet meer duren, dan maakt uw jongen het u dubbel goed. Ik weet hoe eenzaam uw leven was en die bekommernis om mij. Als ik aan uw trouwe en opofferende liefde denk, word ik beschaamd om het besef hoe weinig ik u kan weergeven en wat gij steeds trotseerde om uw kind. Of vindt de liefde slechts voldoening in het offer? Toen ge de lange lastige reis naar uw gevangen jongen ondernaamt en ik u van ver ontwaren kon tussen alle andere mensen uit, toen ik u hunkerend voor de omheiningsdraad zag staan, geduldig wachtend naar het bezoek, heb ik wel gans kunnen omvatten wat uw, door het leed zo fijngevoelig moederhart, glimlachend heeft aanvaard? Ik weet het niet en zal ik het ooit ten volle kunnen begrijpen? Ik zag de zorgentrek om uw fijne mond en de te vroege rimpels in je teer gelaat. Dit weet ik, niemand heeft zo’n moeke als het mijne. Gij voedde in mij naast uw beeld de herinnering van vaderke. Ik geloof dat het uw diep geluk is zijn beeld in mij zelve te ontwaren. In uw liefde heb ik het gemis nooit kunnen vatten. Boven het verwijt der mensen heen groeide het vertrouwen naar uw kind. Dat ik nooit uw vertrouwen moge schenden, moeder, is mijn bede.
Ach moeder, dit te kunnen zeggen ver van u… Ik volg uw doening in ons huizeke en als de engheid mij te machtig wordt, als de zon spettert over de Limburgse heide en de wolken uitdagend wentelen over deze dagen, dan breng ik blijde bijna dit offer om het besef dat ik in de eenzaamheid de schonere waarde mocht bepalen der eenvoudigste dingen, de waarden die we reeds lang aanvaarden, omdat ze ons lief waren, groeven hun bedding dieper uit in onze geest. Moederke, als ik tegen Kerstmis terugkeer, wordt het een nieuwe geboorte in ons huizeke, waarover de goede engel waakt… dan maak ik alles weer goed…”

Ze moest lachen om dit « goed maken ». Wat moest ze hem vergeven ? het was haar kind.

Dit was, sedert zijn heengaan, de derde keer dat de dagen naar Kerstmis heen weifelden. Ze weifelden ja, waren ze niet voldragen met zoveel herinneringen en verlangens van alle rustelozen, eenzamen van huis en ook van hen die in de kerstavonden de kerenden verbeiden? Zovelen zouden vruchteloos wachten. Maar wie gelooft niet aan de blijde levensboodschap of het wonder in het sprookje? Dit kindzijn hebben we wel nooit verleerd.

De stoomfluit gilde over de velden in ‘n sliert van witte uitschietende dampen, ze gaven zich vlug verloren in de adem der sterke vrieslucht, waarin het huizeke lag, onbeduidend aan de rand van het deftige dorp. De middaghemel lag klaar open tegen het vergezicht, waardoor het hijgende hortende stoomtrammetje een haperend- schokkende lijn naar het dorp trok.

“Ne groene Kerstmis… ne witte Pasen” mijmerde de stem voor het raam. Groen gelijk de rillende grassprietjes, groen gelijk het kaarsje voor het kerststalleke, groen gelijk Dis’ briefomslag, groen gelijk de hoop, de verwachting ja, ze had steeds graag een sneeuwkerstmis gewenst vol stemmige innigheid, maar nu was ie groter van betekenis.

Na een paar minuten zouden de mensen voorbijkomen over de harde steenweg. Ze hoorde van verre de komende stappen kletterend over de kasseien. Eerst het huppelend jong studenten volkske met rode neuzen en stijfuitstekende haarklissen onder hun petten, daarachter volgden met groter gemeten stappen het werkvolk, de handen diep in hun rafeljassen en tegen hun lijven de zwarte versleten maletten. Ze gingen in vlugger bewegingen, verlangend naar de rode warmte hunner leuvense stoven en naar de innigheid van de nakende Kerstavond.

Tussen die groep was Dis ook vroeger naar huis gekomen, dan had hij van verre zijn moeke reeds ontdekt achter het raam. Die tijd… toen hij stoeiend uit de dorpsschool aankwam, wanneer hij voor de eerste keer uit het college haar tegemoet kwam gelopen. Ze moest diep ademen voor dit stil geluk, haar jongen zou geen zorgenkommer kennen, geen slaafs wroeten. Hij moest iets worden. Meneer Pastoor had haar in die droom geholpen, toen hij zegde dat Dis voortstuderen moest. De studiebeurs die hij verkregen had en haar karig pensioentje hadden schril afgestoken legen de werkelijke onkosten, maar ze had dapper gewoekerd met het werk harer handen en alle leed had ze gedragen in haar lichaam en ook in haar geest, de afgunst der simpele menskes die haar in haar droom benijden. In de eenzaamheid van haar afgetrokken leven was ze naar de herinnering gegroeid en naar het kind dat er de bloei van was.
En die late Octoberavond keerde hij weer met zijn wijnrode pet gelijk de kleur van de slingerende wingerd om het raam. Ze was zo fier geweest om haar grote student. Hij had haar in zijn sterke armen genomen en uitgelaten hadden ze in het stille keukentje een waaiende wals gemaakt, dat de stoelen er verwonderd schuins van helden en de oude kast verloren in haar voegen kraakte.

En al die avonden bij de schemerlamp had ze naar hem opgekeken, zijn blonde hoofd gebogen over geleerde cursussen en werkplannen.

Dat was haar schoonste tijd …

Ze herinnerde zich die eerste meiavond voor O. L. H. Hemelvaart als de studentenbedevaart uit de hogeschoolstad naar Scherpenheuvel trok in luidruchtige slierten door het kalme dorp. Dis was komen aanlaveren tegen middernacht met zijn kameraden. Nooit had het keukentje zoveel leven gezien. Dis had lachend achter haar gestaan en met bei zijn forse handen om haar armen gezegd: “Dat is nu mijn moeke…”. Ze was even bedeesd geweest om al die onbekende gezichten, maar ze noemden haar allen “Moeke”. Hun petten lagen gemoedelijk tegen de stoelen en hun wandelknuppels hingen aan hun lussen onschuldig aan de leuningen. En “Moeke” zette dampende koffie dat ‘t huizeke ervan geurde. Toen hief dat studentenvolk het clublied aan en bij het refrein … “Vivat Hagelandi-a-a-a…” dreunden de ruiten en rilde de glazen stolp om het reikende H. Hartbeeld.

Toen stond Dis langzaam recht. Ze zag een rood leeuwtje klauwen op de vergulde grond van een breed schouderlint, de kameraden droegen eveneens een smaller witgestreept klublint. Dis had het haar uitgelegd. Ze wist dat hij aan ‘t hoofd stond van de groep, “Praeses” noemden z’n kameraden hem. Weer moest ze diep ademhalen om dat stil geluk. Hij sprak nu met trage volle stem. Zo had ze hem nog niet gekend… die stem… rustig klonk ze uit over de luisterende hoofden … Ze beefde van ingehouden ontroering … er woei een tere seringengeur binnen door ‘t half geloken raam… die stem … en langzaam groeide ‘t beeld van zijn vader naast hem. Hij sprak over z’n land, zijn streek en zijn huis, over zijn vader die hij niet gekend had en die met zijn gesneuvelde kameraden voor vrede en verzoening door recht, onder de gekruiste bee van de IJzertoren rustte. Hij sprak over een vredesboodschap in de troebele tijd, over de plaats die dit volk veroveren moest, over zijn ontvoogding. Hij sprak, o, er was veel dat ze niet begrepen had, maar schoon was het, dat voelde ze, het lag in de gloedglans van zijn blauwe ogen.

En toen hij nadruk legde op de grondslag van zijn vertrouwen in dit volk, namelijk de traditie van zijn diep geloof, sprak hij over de betekenis der bedevaart. De reine Maagd zou hun patrones zijn in het beeld van Onze Lieve Vrouwke van Scherpenheuvel en hun patroon, om de trouw te belijden aan de Hagelandse stam, de Sint Jan Berchmansfiguur.

Ze waren daarop de heldere meinacht ingetrokken die vol hing van verwachting en nachtelijke bloei. Ze was hen gevolgd op het kleine wegeltje tot aan de straatweg, toen ze langzaam keerde, hoorde zij in de echo van het Broekbos, de stemmen naklinken, ze galmden uit boven het veie rustige Hageland om uit te sterven in de bee:

“Liefste Lieve Vrouw van Vlaanderen …” het was de bee die opsteeg voor ‘t bedreigde land.

In de grote panische terugtocht voor het oprukkend wapengeweld, was Dis plichtgetrouw met zijn kameraden naar Frankrijk uitgeweken. Na een paar weken echter keerde hij terug in het bezette land, waar de werkelijke oorlog pas begon, waar hij tragisch rukte tot in de kleinste hoeken van het Hageland – onbarmhartig – en ook de geesten werden ontredderd.

In het huizeke was er niet veel van aanschijn veranderd. Dis werd licentiaat en bereidde zijn thesis voor. Telkens keerde hij ‘s avonds nog weer tot plots de eerste scheiding viel. Hij vertrok naar het hartje van Thüringen, naar een vreemde universiteitsstad, hij zou er zijn thesis afwerken met de aangeboden studiebeurs die hij overmoedig aanvaard had.

Toen moeder hem in de frisse herfstavond tot bij de nachttrein vergezeld had, voelde ze een vreemde pijn, die ze moeilijk bepalen kon. Bij haar thuiskomst leek het huizeke zo kil, alsof de volle winter zich reeds in alle hoeken had genesteld. Ze rilde, dit leek de rust niet die ze gewoonlijk in haar eenzaamheid vond.

Wat Dis in Thüringen precies gedaan had, wist ze niet. Ze had het hem ook nooit gevraagd.

Toen hij in September 1944 aangehouden werd, dacht ze dat het een vergissing was.

Nu mijmerden haar ogen om het beeld dat hij komen kon zoals vroeger. Nu het Kerstavond werd, keerden de mensen vlugger naar huis, nu werden de handen stilgelegd en elke wrok werd minder scherp, zelfs de haat ging sluimeren in deze nacht, opdat het kindeke niet schrikken zou, in de vrede boodschap. Nu rezen de herinneringen aan de tijd dat ze zelf nog kind was en de ogenblikken van klaar geluk.

Haar trage handen beefden om het visioen dat hij komen zou. Elk beeld van haar jongen kreeg gestalte voor haar geest. Was het O.L.Heer die haar sloeg om de te grote dromen die ze, schamel als ze was, had durven uitbouwen omdat Dis de grond was ontgroeid, zijn eenvoud en de engheid van het dorp? Was het Zijn alwijze hand die haar jongen geleid had tot dit mijnwerkersbestaan, opdat hij de edele schoonheid van het handwerk zou begrijpen?

Ze keek naar het stalleke en de scheefkijkende herderkens, ze waren ook tot het kerstekindje gekomen in hun schamelheid, ja, zelfs de eersten waren ze geweest. Ook zij was armer dan ooit te voren deze avond in haar naakte eenzaamheid…

De schemeravond viel onhoorbaar in de klaarte van de vriesnamiddag en gleed naar de avond der sterren,

Ze sluit de blinden.

Ze vouwt de handen in de schoot, ze kijkt naar de nukkig krinkelende vlammetjes van het rode en het groene kaarsje. Er bewegen dansende schaduwen in het stalleke… “Wees gegroet Maria, vol van gratie…”. Ver gilt de late stoomfluit over het dorp, een klank buitelt verloren tegen de sidderende blinden… “de Heer is met U, gebenedijd zijt gij boven alle vrouwen…” – dit is de laatste stoomtram in de avond, zal hij komen ?… “en gebenedijd is de vrucht uw lichaams Jesus…”.  Er klinken voetstappen op de straat, ze hoort het duidelijk… ze glijden af op het veldwegeltje doffer, trager, trager… “Heilige Maria…”. Ze vouwt haar handen op haar wild-kloppend hart… gluurt er iemand binnen door de blindenreten? Hij komt… Tarzan, de waakhond rukt aan zijn keten. Ze neemt alle indrukken op met half open mond… de deurklink beweegt. Ze zwijmelt recht… “Moeder Gods, bid voor ons…”. Ze steunt op de tafelrand en sluit de ogen… een gulp frisse lucht waait binnen.

Dis staat in de deuropening. Ze wil haar armen reiken… ze kan niet, ze glimlacht, maar haar mondhoeken beven. Plots is de keuken vol licht, het schiet in stralenbundels uit het stalleke, het zet Dis in een onwezenlijke gloed. Hij heeft z’n rode studentenpet op het hoofd en in de hand houdt hij een mijnwerkerslampje. Ze hoort zijn stem… “Moeder, met Kerstmis eindelijk thuis…”.

Ze wil antwoorden, maar er komt geen geluid over haar droge lippen, en naast haar stijgt een stem, ze herkent ze als de hare – bevend… “Nu wordt alles weer goed…”.

“Veel schoner nog. Moeder…”.

Plots wordt hij weer de kleine jongen, die zoals vroeger, in zijn kinderleed naar haar toekwam. Ze neemt z’n blonde jongenskop in haar magere rimpelhanden en geeft hem een kruisje.

Er glijdt een wondere warmte door haar en haar leed groeit naar intens geluk, machtig en leer.

En het visioen verdwijnt. Ze schiet wakker uit haar onrustige sluimering, daar staat het slalleke met de verweerde figuurtjes, de kaarsjes weifelen nog even. Ze glimlacht pijnlijk voor zich uit om het teer visioen dat ze niet vatten kan. Ze is klaar wakker nu en toch stijgt diezelfde stem in de avond, helder- verlangend.

Het is de stem die ze daar even in droom hoorde aanzwellen.

“De herderkens lagen bij nacht in de wei..”.

Het is het kerstlied dat hij als kleine jongen met zilveren stemmetje zong in de kerstnachtmis.

“ St Jozef vroeg binnen, wie staat er daar veur ?” —-  Ja, met nadruk smeekt deze vraag.

“Ze zeiden goê lieden doet open,
“Toen vonden z’een kind in een krib op stro,
“en dachten ‘t is Jesus voorwaar,
“vertelden wat d’ englen hun zeiden daarzo,
“ZALIG KER STEEST
“GELUKKIG NEUWJAAR!”

– Mijn jongen! — Moeder! Het was haar schoonste Kerstavond.

(Gev. Vorst, afd. vrouwen. 1947)